Tiefe Temperaturen

sind vor allem ein Thema für die Schmierung und die Dichtungen. Übliche Anwendungsfälle bis minus 40-50°C werden mit handelsüblichen Ring- / Wälzkörpermaterialien abgedeckt.

Schmierung

Tiefe Temperaturen zerstören Fette nicht, machen diese aber steif. Beim Anlauf der Lager entsteht Schlupf, dadurch Geräusch und Verschleiß. Durch die Walkarbeit im Betrieb wird das Fett schnell erwärmt und erreicht damit seine Schmierfähigkeit. Liegen konstant tiefe Temperaturen, wie beispielsweise in Kühlhäusern an, funktioniert dies nicht ausreichend.

Mineralöle sind für tiefe Temperaturen kaum geeignet, es kommen PAO- und Diesteröle mit einer niedrigen Grundölviskosität zum Einsatz. Als Faustregel gilt auch hier, die vom Fetthersteller angegebene Mindesttempertur sollte mindestens 20°K tiefer sein als die erwartete Betriebstemperatur. Die Verträglichkeit mit den Dichtungsmaterialien ist zu überprüfen.

Dichtungen

Standarddichtungen, meist aus NBR / HNBR (Nitril Butadien Kautschuk) können, bis maximal -25°C eingesetzt werden, ACM (Polyacryl Kautschuk) bis -15°C. Gut geeignet sind FKM (Flour Kautschuk – bspw. Viton) bis minus 40°C, EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) bis minus 40°C und MPQ (Silikonkautschuk) bis minus 100°C.

Die Dichtung muss mit dem Schmiermittel und der Umgebung abgestimmt werden.

Untenstehende Temperaturwerte können je nach Hersteller und Additivierung des Polymers leicht variieren.